Yasmin war inzwischen zu Haus angekommen. Sie schaute nach einem elektronischen Gruß von Enrico nichts, keine SMS.

Das gab es noch nie.

Nun, die Welt ist auch nicht mehr, die, die sie war.
Ich bin schwanger von Samir, meine Träume gehen grad über Bord, ich bin auf hoher See, weit und breit kein Land in Sicht und mir ist einfach nur übel.

Yasmin begann zu weinen, still wie ein warmer Sommerregen.

Wie sehr vermisste Yasmin Enricos Liebe, wie sehr wollte sie ihm zeigen, dass in Allem ihre Liebe für ihn nicht verloren war, sondern nur zarte Blütenblätter ihrer kostbaren Blume Frost bekommen hatten.

Morgen geh ich in die Beratungsstelle. Sie hatte niemanden in ihr Geheimnis mit einbezogen, In ihr saß die blanke Angst, Angst vor dem Eingriff.

Wieder fiel ihr Schwester Lucida ein. Sie griff zum Telefon. Wie schon beim letzten Mal bekam sie für den nächsten Tag einen Termin.

Auf ihrem Laptop ging eine Nachricht von Enrico ein:

Liebe Yasmin, dieser Text mit der Musik ist meine Botschaft an Dich, lass Dich umarmen Enrico:

Yasmine
Du bist die Lilie auf dem Felde,
die Orchidee im Asphalt.
Du bist der Brunnen in der Wüste,
die Hoffnung in Gestalt.
Dein Name steht geschrieben auf den Mauern dieser Stadt,
denn du bist die Ernte, die Frucht und die Saat.
Du bist der sanfte Fluss der meine Gärten speist.
Du holst alles aus mir raus.
Du bist alles, was ich weiß.
Du bringst selbst einen Felsen zum Glühen.
mein Atem, mein Herzschlag, mein Leben.
Yasmine Ich bin das Zepter Du die Krone.
Wir sind Ebbe und Flut.-
Du bist der Himmel ich die Erde.
Wir sind Feuer und Glut.
Du bist die Mündung eines Deltas,
meine Muschel im Sand.
Ich trag dich auf Flügeln.
Durch Sturm und das Land.